Pressebericht zur Veranstaltung vom 19.07.2011 in München

Gute gesunde Schule: Das neue Programm beginnt

Anfang und Ende zugleich für das „Landesprogramm für die gute gesunde Schule Bayern“. 50 Schulen haben diesen systematischen Schul- entwicklungsprozess seit dem Jahr 2008 durchlaufen. 41 neue Schulen beginnen nun mit der nächsten Runde des Landesprogramms. In München trafen sich die Vertreter dieser beiden Gruppen mit den Organisatoren zum Erfahrungsaustausch.

Staatssekretär Thomas Kreuzer bei dem Treffen zum Landesprogamm

Staatssekretär Thomas Kreuzer bei dem Treffen zum Landesprogamm

Das Programm „Gute gesunde Schule“ versucht, durch individuelle Maßnahmen an den Schulen die Unterrichtsbedingungen zu verbessern – für die Schülerinnen und Schüler, aber auch für die Lehrer. Das Bewusstsein über die Bedeutung der Gesundheit soll fest in den Köpfen verankert werden.

„Die Schule muss sich dem Thema Gesundheit heute deutlich stärker widmen, als dies jahrzehntelang üblich war“, analysierte Staatssekretär Thomas Kreuzer bei dem Treffen in den Räumen der Oberfinanzdirektion München. „Eltern sind angesichts veränderter gesellschaftlicher Rahmenbedingungen alleine oft überfordert und erhoffen sich Hilfe von den Schulen. Nicht selten erwartet die Gesellschaft, dass die Schule die Erziehungsaufgaben gleich ganz übernimmt“, so Staatssekretär Kreuzer, „das ist freilich nicht möglich und auch nicht wünschenswert. Dennoch müssen wir den Eltern Hilfestellung anbieten.“


Der Freistaat bietet dafür unter anderem das Landesprogramm. Es wird von einem Landeskoordinator und fünf Regionalkoordinatoren vorangetrieben. In der ersten Staffel des Programms waren Schulen aus den Regionen Hassberge, Bad Kissingen/Rhön-Grabfeld, Würzburg, Coburg, Hof und München.

Wie kann man eine gesündere Schule erreichen? Wie das Schulklima verbessern und einen achtsameren Umgang mit- einander schaffen? Neben der Gründung einer Steuerungsgruppe und neben dem persönlichen Kontakt zu den Koordinatoren hilft dabei auch das Internet. Auf der eigenen Seite des Landesprogramms, berichten die Schulleitungen und die Lehrkräfte von ihren Erfahrungen. Unter der Rubrik „Aus der Praxis“ und dem Stichwort „Bewegung“ finden sich zum Beispiel Hinweise auf Bewegte Pausen, Bewegten Unterricht durch bewegtes Sitzen oder Wege zur fittesten und aktivsten Klasse.

Tafel der Grundschule Naila

Tafel der Grundschule Naila

Davon können auch die Schüler und Lehrer der neuen teilnehmenden Schulen profitieren. Sie kommen aus den Regionen Nürnberg, Erlangen, Bamberg, München und Selb. Staatssekretär Thomas Kreuzer warnte die Lehrkräfte der neu teilnehmenden Schulen aber auch: „Die Beteiligung an einem Projekt wie dem Landes- programm ist zunächst immer mit einer zeitlichen Mehrbelastung der Beteiligten verbunden. Das Programm wäre kontraproduktiv, wenn es in der Summe die Stressbelastung der Teilnehmer erhöhen würde. Deshalb mein Appell an Sie: Wählen Sie die Maßnahmen bewusst aus!“

Der Staatssekretär konnte dabei seine persönliche Betroffenheit nicht verbergen: „Ich kenne ihre Belastung genau“, sagte Thomas Kreuzer, „denn ich zeichne alle Anträge auf Frühpensionierungen persönlich ab. Es gibt mir zu denken, wenn wir einen guten Lehrer zehn Jahre vor seinem regulären Termin pensionieren müssen.“

Staatssekretär Thomas Kreuzer

Staatssekretär Thomas Kreuzer

Die Lehrerinnen und Lehrer sollten sich dabei auch nicht scheuen, die Hilfe der beteiligten Partner zu nutzen: Regionale Partner wie Beratungsstellen, Gesund- heitsämter, die Krankenkassen AOK und Barmer oder der Bayerische Gemeinde- unfallversicherungsverband und die Unfallkasse München unterstützen das Projekt, genau wie das bayerische Gesundheitsministerium und die Lions.

„Ohne Zweifel wird das Programm Gute gesunde Schule den Lehrkräften Mühen abfordern“, sagte Thomas Kreuzer, „es wird aber zu größerer Zufriedenheit und damit Leistungsfähigkeit bei Lehrkräften und Schülern führen.“