Fortbildung für Schulleiter: Stressbewältigung – Stressresistenz Umgang mit schwierigen Personalsituationen

Fortbildung des Landesprogrammes für die Schulleitungen der „Guten gesunden Schulen“ aus den Regionen Rottal-Inn und Passau

 

„Tief einatmen, und beim Ausatmen den Oberkörper zu Seite drehen!“ Gewissenhaft folgen 23 Schulleiterinnen und Schulleiter bzw. Stellvertreterinnen und Stellvertreter verschiedenster Schularten aus den Regionen Rottal-Inn und Passau, deren Schulen derzeit am Landesprogramm „Gute gesunde Schule in Bayern“ teilnehmen, den Anweisungen der Yoga-Lehrerin.

Diese Entspannungssequenz war ein Bestandteil der ganztägigen Fortbildung „Stressbewältigung – Stressresistenz – Umgang mit schwierigen Personalsituationen“, die Mitte November an der der Mittelschule in Pocking durchgeführt wurde, organisiert von den Regionalen Koordinatorinnen des Landesprogrammes Stephie Reichardt (Region Passau) und Heike Sonnleitner (Region Rottal-Inn) in Zusammenarbeit mit dem Schulamt Passau.

Bei ihrer Begrüßung ging Frau Sonnleitner zunächst auf die Hintergründe und die Zielsetzung dieser Veranstaltung ein. Sie erinnerte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer daran, dass die Zeit wie im Fluge vergangen sei und von der dreijährigen Laufzeit des Landesprogrammes in diesen Regionen nur noch knapp 8 Monate übrig seien. Damit das Thema „Gute Gesundheit“ danach weiter an den Schulen verfolgt werde, sei es wichtig, die Motivation weiter aufrecht zu erhalten. In der heutigen Zeit leisten die Schulleiterinnen und Schulleiter vor Ort an ihren Schulen sehr viel. Sie haben mit unterschiedlichsten Interessengruppen (Schüler, Lehrer, Eltern), Institutionen (Schulämter, Kultusministerium), Organisationen (Vertreter aus der Wirtschaft, Vereinen) zu tun und müssen hierbei tagtäglich den vielfältigen Anforderungen gerecht werden. Deswegen war es den Verantwortlichen des Landesprogrammes ein großes Anliegen im dritten und letzten Jahr den Führungskräften nochmal ein Angebot zu unterbreiten, dass ihnen helfen könnte, diese ganzen Herausforderungen zu bewältigen. Zentraler Punkt hierbei sei es, dass sie zum einen auf sich selbst schauen, um nicht unter die „Räder“ zu kommen und z. B. einen „Burnout“ erleiden, und zum anderen auch auf ihr Kollegium, damit alle gemeinsam gesund bleiben. Nur so kann eine erfolgreiche Schule im Alltag umgesetzt werden mit all ihren Zielsetzungen und Erwartungen, die an sie von allen Seiten gestellt werden.

Obwohl seine Schule in diesem Durchgang am Landesprogramm nicht teilnimmt, war es für den Schulleiter der Mittelschule Pocking, Rektor Christoph Sosnowski, eine Selbstverständlichkeit seine Räume für diese Fortbildung zur Verfügung zu stellen, das diese für die Teilnehmer sehr zentral lagen. Er bedankte sich, dass er und seine Stellvertreterin, Diana Springer-Ferazin, dadurch in den Genuss einer für ihn sehr wichtigen Veranstaltung kommen konnten.

Als Hauptreferenten konnten die Regionalkoordinatorinnen mit Dr. Stefan Seiler einen äußerst kompetenten Fachmann gewinnen. Der Diplom Psychologe mit Studium und Promotion in pädagogischer und klinischer Psychologie an den Universitäten Trier und Zürich, ist u.a. Verhaltenstherapeut für Kinder und Jugendliche, systemischer Paar- und Familientherapeut und Supervisor, Referent an der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung in Dillingen und seit 2011 in eigener Praxis in Starnberg tätig.  Außerdem bietet er zahleiche schulinterne Lehrerfortbildungen zu verschiedensten Themen an (z. B. Störung des Sozialverhaltens, ADHS, Prävention von Gewalt an Schulen, Kommunikation und Feedbackgespräche, Burn-Out-Prophylaxe u. v. m.)

An diesem Tag referierte er auf humorvolle, sehr interessante Art und Weise und mit vielen Beispielen aus seinem Berufsleben über Konzepte aus der Stressforschung, erläuterte Bewältigungsstrategien aus Sicht der klinischen Psychologie und stellte die neuesten Ergebnisse der Resilienzforschung vor. Anschaulich erklärte er den Teilnehmern, dass es nicht immer nur kritische Lebensereignisse, wie Tod, schwere Krankheit, Scheidung usw. sind, die zu gesundheitsschädigendem Stress führen, sondern vielmehr die kleinen täglichen ärgerlichen Ereignisse, die sogenannten „Daily hassles“. Diese lassen unsere Stresskurve jeden Tag aufs Neue ansteigen. Deswegen ist es wichtig, dass jeder für sich individuelle Maßnahmen findet, wie er diese Stresskurve durch Bewältigungsstrategien wieder nach unten bringt, am besten mehrmals am Tag, z. B. durch kurze Entspannungsübungen. Denn entscheidend für die schädigende Wirkung von Stress ist, wie wir mit ihm umgehen: Welche Bedeutung wir ihm geben, wem wir die Verantwortung zuschreiben und welche Ressourcen wir zur Verfügung haben.

Nach dem reichhaltigen und leckeren Mittagessen in der Mensa der Mittelschule Pocking lud die Yoga-Lehrerin, Steffi Wölfl, dazu ein, gemeinsam mit ihr ein paar Entspannungs- und Atemübungen durchzuführen, was alle Beteiligten eifrig und dankbar annahmen. Außerdem stellte sie eine mehrtätige Fortbildung für Lehrkräfte aller Schularten für „Yoga im Schulalltag“ vor. Bei Bedarf und entsprechender Nachfrage durch die Schulen würde die Regionalkoordinatorin Heike Sonnleitner diese Fortbildung organisieren.

Anschließend referierte Dr. Stefan Seiler noch über verschiedene Persönlichkeitsstile und Persönlichkeitsstörungen und erarbeitete mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, wie man mit diesen umgehen könnte.

Zum Abschluss bedankte sich Frau Schulamtsdirektorin Buchberger-Zapf recht herzlich bei den Referenten und den Organisatorinnen Stephi Reichardt und Heike Sonnleitner für diese sehr gelungene Fortbildung Sie hoffe, dass auch nach dem Ablauf der drei Jahre eine weitere Zusammenarbeit in irgendeiner Weise möglich sein werde, um die Schulen beim Schulentwicklungsprozess und dem Thema „Gute Gesundheit“ unterstützen zu können. Mit vielen interessanten und fachlichen Inputs gingen die Fürhrungskräfte alle zufrieden nach Hause. Ein Schulleiter meinte zum Schluss: „Das war er sehr gewinnbringende Veranstaltung! Sowas bräuchten wir öfters!“